Flucht und Traumatisierung

Viele Flüchtlinge und auch Zuwanderer haben belastende Erfahrungen in ihrem Herkunftsland oder auf dem Weg nach Deutschland gemacht. Kommen sie aus Kriegs- oder Krisengebieten, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie traumatisiert sind. Wichtig zu wissen: Nicht alle Kinder und Jugendlichen, die aus ihren Heimatländern geflüchtet sind, sind traumatisiert.  Studien zeigen, dass bei ca. 22,3% dieser Kinder und Jugendlichen Traumatisierungen vorliegen. 

Unter diesen psychosozialen Umständen ist das Unterrichten erschwert und das Lernen nur verlangsamt möglich. Lehrkräfte merken z. B., dass die Schüler und Jugendlichen sehr leicht bei Lärm erschrecken oder auch bei bestimmten Gegenständen und Gerüchen zurückschrecken.

Wie entsteht ein Trauma?

IMAG0853 sEin seelisches Trauma kann entstehen, wenn Umstände existenzbedrohend sind und Menschen nicht in der Lage gewesen sind, wirksam und angemessen zu handeln. In dieser „unterbrochenen Handlung“ bleiben die Betroffenen seelisch stecken. Die eigene Angst und Hilflosigkeit kann nicht aufgelöst werden und bleibt als Grundgefühl bestehen. Bei Traumatisierungen im Kindesalter kommt hinzu, dass Kinder belastende Situationen sprachlich und kognitiv nur in geringem Maße bewältigen können. Dem seelischen Überleben dient das Abspalten der unerträglichen Erfahrungen. Obwohl dies den Betroffenen nicht mehr bewusst ist, reagieren sie gefühlsmäßig auf solche Auslöser und Reize, die ihn an die traumatische Situation erinnern.

Was kann ich als Lehrkraft tun?

Schule gibt bereits durch zuverlässige schulische Strukturen Stabilität und einen sicheren Rahmen. Dabei stellen besonders die Lehrkräfte für Schülerinnen und Schüler in der Schule verlässliche (Bezugs-)Personen dar. Die Schule wird durch diese grundlegenden pädagogische Aspekte zu einem „sicheren Ort“.

Grundlegende Informationen zu

sind hier zusammengestellt:

  1. Erfahrungen und Lebenslagen junger Flüchtlinge
  2. Exkurs: Trauma
  3. Herausforderungen an die Lehrkraft
  4. Was kann die Lehrkraft tun?
  5. Exkurs: Traumapädagogik
  6. Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen in der Schule

An der Schule können Schulpsychologinnen und Schulpsychologenen und Beratungslehrkräfte zusätzliche Unterstützung anbieten und Kontakte zu weiteren Stellen vermitteln. Ergänzend unterstützen die Mitglieder von KIBBS (Kriseninterventions- und -bewältigungsteam bayerischer Schulpsychologinnen und Schulpsychologen) die Schulen in konkreten Fällen sowohl durch Fortbildung als auch durch konkrete Beratungsarbeit für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und Erziehungsberechtigte.

Ergänzende Hinweise zur Diagnostik und Behandlung der durch Flucht, Krieg und Gewalt entstandenen Traumata:

Links:

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