Interkulturelle Kommunikation

IMAG0883 frei 400Kulturelle und sprachliche Vielfalt wird weltweit zum gesellschaftlichen Normalfall, auch in Bayern. Mobilität, wirtschaftliche, politische und kulturelle Verflechtungen lassen Kontakte und Beziehungen zwischen Menschen unterschiedlicher sprachlicher und geographischer Herkunft selbstverständlicher werden. Der nahe Fremde, der Andere, ist nicht mehr außergewöhnlich, sondern eine alltägliche, normale Erscheinung.

Auf diese Veränderungen muss eine notwendige Reaktion erfolgen, das sich Öffnen für eine andere Art der Verständigung. Die Schüler und Eltern müssen in ihrer Realität und Normalität selbst zur Rede kommen. Hierbei stellen wir fest, dass andere Kulturstandards und –dimensionen zum Tragen kommen. Unserer zweckmäßigen, zielorientierten, knappen Sprache steht oft der indirekte Kommunikationsstil gegenüber, der gern eine Beziehung zum Gegenüber aufbaut und bei Themen weiter ausholt, bevor er zum eigentlichen Gesprächsanlass kommt.

Das sich Zeit nehmen und dem Anderen Raum eröffnen, zeitigt reiche Frucht bei den darauffolgenden Gelegenheiten. Die Hemmschwelle vor der Schule und damit der „Obrigkeit“ wird niedriger. Schwierigkeiten lassen sich leichter vertrauensvoll erörtern. Kleine Fortschritte werden miteinander ausgehandelt und wertgeschätzt. Eine Diskussion über Leistungen und Übertritt, über schulische und berufliche Möglichkeiten wird unbelasteter erfolgen.

Bei einem solchen Gespräch gilt es stets, das Gute im Schüler ausreichend zu würdigen und hervorzuheben, bevor auf eventuelle Defizite eingegangen werden kann. Auch ist es wichtig zu erwähnen, dass doch Schule und Eltern im selben Boot sitzen und dem Kind/Jugendlichen gute Zukunftschancen eröffnen möchten. Die andere Lebens- und Weltsicht der Eltern und Schüler bleibt für ihren häuslichenBereich unangetastet und wird nicht beschädigt. Die Sichtweise der Lehrperson, die in unserem System sozialisiert wurde, wird als für den schulischen Bereich maßgebend dargestellt. Beide Sichtweisen können sich auf diese freundliche Weise allmählich schrittweise annähern.

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