Wortschatzarbeit und DaZ

Grundlegende Prinzipien

Vernetzung und Handlungsorientierung

Wortschatzvermittlung im DaZ- Unterricht sollte- ausgehend vom Sprachstand der Schüler- die Entwicklungsstufen der Wortschatzaneignung berücksichtigen und den grundlegenden Prinzipien der Vernetzung und Handlungsorientierung folgen, wobei Handlungsorientierung hier auch Sprachhandeln meint.

Vor allem in den Eingangsstufen, aber auch bei älteren Sprachanfängern empfiehlt es sich, neue Wörter möglichst anschaulich zu vermitteln und z.B. anhand von Realmaterialien oder Bildern/ Flashcards zu visualisieren. Bei fortgeschrittenen Lernern können „Wörternetze“ und Wortfelder erstellt werden, um die konzeptuelle Einordnung der neuen Begriffe fördern. Sowohl mit Bildern wie auch mit Wortfeldern kann dann in vielfältiger Weise weiter gearbeitet werden, indem diese in spielerische und entdeckende Lernformen eingebunden werden. Beim gemeinsamen Sprachhandeln in kommunikativen Lernsituationen bei der Partner- oder Gruppenarbeit lernen die Schüler voneinander, erproben ihren Wortschatz und wenden diesen an.

Wortschatzarbeit darf sich nicht auf den DaZ- Unterricht beschränken, sondern muss in allen Fächern stattfinden. Die Lehrkraft sollte „sprachsensibel“ auch die Lerninhalte im Mathematik- und im weiteren Fachunterricht (auf dem Hintergrund des sprachlichen Vorwissens der Schüler) sprachlich aufbereiten und z.B. notwendige Begriffe und Satzstrukturen herausgreifen und erarbeiten. Ein Vorteil ergibt sich dabei durch die damit bereits gegebene Einbindung neuer Begriffe in einen größeren Wissens- und Sachzusammenhang.

Bei der Durchführung von Projekten und beim Lernen an außerschulischen Lernorten wird der notwendige Wortschatz zunächst herausgearbeitet und innerhalb von Sprachstrukturen geübt und gefestigt. In der „Realsituation“, z.B. beim Einkaufen/ Zoobesuch bzw. bei der Durchführung oder Präsentation des Projektes wenden die Schüler erlernte Redemittel an.

Wortschatzerweiterung durch Hörverstehen

Bilderbücher und Geschichten, die auf die Interessen und sprachlichen Fähigkeiten der Hörer abgestimmt sind, fördern die beiläufige Aufnahme neuer Wörter in den eigenen Wortschatz innerhalb eines ganzheitlichen Kontextes und ermöglichen gleichzeitig ein explizites Herausarbeiten bestimmter Begriffe und isolierte Erklärungen. Positive Emotionen begleiten die Aktivität und sprechen den Schüler ganzheitlich an. Hörverstehen setzt eine automatisierte Worterkennung voraus. Texte sind hier zur Übung besonders geeignet, da sie im Gegensatz zu flüchtigen Äußerungen wiederholbar sind. Auch kann der Schwierigkeitsgrad durch Steigerung oder Verlangsamung des Sprechtempos variiert werden. Anhand der Bilder und Texte können Inhalte und speziell auch der Wortschatz wiederholt, gelesen, nachgesprochen und nacherzählt werden.

Selbstständige Wortschatzerweiterung

Schüler können mit zunehmender Sprachkompetenz und Selbstvertrauen auch dazu angeleitet werden, sich Wörter selbst zu erschließen. Bei der Arbeit mit Wortfeldern, morphologischen Elementen, Komposita etc. erwerben die Schüler geeignete Erschließungsstrategien, mit deren Hilfe sie auch unbekannte Begriffe verstehen lernen. Auch das schlichte Erklären von und Fragen nach unbekannten Wörtern sollte in der Klasse „seinen Platz haben“. Anfangs trauen sich viele Schüler oft nicht, „Nicht- Wissen“ einzugestehen. Daher sollte in der Klasse eine Fragekultur angebahnt werden.

Konkrete Methoden

Übungen zur Aneignung und Festigung neuer Wörter

Spiele zu Wortschatz und Satzstrukturen können mit Bildern und/oder Wortkarten durchgeführt werden. Der Umgang mit Bildkarten ist bereits vor dem Schriftspracherwerb möglich und sollte unter Umständen begleitet werden, damit das Kind sich auch tatsächlich im Sprechen übt. Beim Einsatz von Wortkarten muss der Schüler über ausreichende Lesekenntnisse verfügen.

a) Zuordnung

Legespiele: Memory, Domino, Bild- Wortzuordnungen

b) morphologische Strukturen, Wortbildung

c) Kategorisieren

Übungen zum Sprachhandeln und Einschleifen von Satzstrukturen

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