Alphabetisierung

Es gibt zwei Möglichkeiten, in welcher Weise Kinder und Jugendlich alphabetisiert werden müssen. Die einen können schon lesen und schreiben, aber in einer anderen Sprache und mit anderen Schriftzeichen, z.B. Kyrillisch, Griechisch oder Arabisch.

Andere besuchten keine Schule und müssen nicht nur die Schriftzeichen erlernen, sondern auch Laute und Silben sowie Wortgrenzen erkennen; d.h. sie erlernen die Grapheme und Phoneme des deutschen Alphabets. Hierfür müssen sie motorisch (Schwungübungen) geschult werden und bezüglich des Schreibgeräts eine Einführung erhalten. Eine Voraussetzung, um Buchstaben innerhalb eines Wortes oder Wörter innerhalb eines Textes identifizieren zu können, ist die Figur-Grund-Wahrnehmung. Eine andere Fähigkeit der Wiedererkennung von Buchstaben ist die Wahrnehmungskonstanz. Schwierigkeiten tauchen bei gestaltähnlichen Buchstaben auf: z.B. o und a. Die räumliche Beziehung und die Leserichtung können ebenfalls Probleme verursachen, z.B. b und d sowie die Änderung der Lese-und Schreibrichtung in der deutschen Sprache im Verhältnis zur arabischen oder japanischen.

Es müssen sowohl phonetische Übungen (Was hörst du am Anfang oder Ende eines Wortes?) als auch semantische und grammatische Übungen dem Lernenden angeboten werden. Reime, Sprachspiele, Raps und Lieder erhöhen die Motivation im Unterricht. Um die phonologische Bewusstheit zu fördern, empfiehlt es sich vom Buchstaben zum Laut und der Silbe vorzugehen, aber ebenso auch in umgekehrter Reihenfolge.

Sind die Lernenden noch nicht alphabetisiert, helfen Piktogramme und die Visualisierung durch Bilder weiter. Später folgen dann nach den Namensschildern Beschriftungen in der eigenen und in der deutschen Sprache.

Äußerst wichtig ist folgendes Unterrichtsprinzip im Deutsch als Zweitsprache-Unterricht:

Hören/ Zuhören – Sprechen - Lesen – Schreiben

Nur das, was der Lernende oft gehört hat, kann er richtig nachsprechen. Nur das, was der Lerner oft gesprochen hat, kann er anfangs auch erlesen. Wie das Hör- und Leseverstehen entwickelt sich die Fähigkeit, Informationen schriftlich festzuhalten, langsam und auf der Grundlage häufigen Gebrauchs.

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