Leitfragen

Sind die Schüler alphabetisiert?

Wenn nicht, dann ist eine Alphabetisierung notwendig. Nutzen Sie die Kontaktaufnahme bei der Anmeldung um Informationen über die Beschulung der Schüler zu erfragen:

Wieviel versteht der Schüler schon, obwohl er selbst nichts sagt?

Sprachlerner verstehen oft mehr, als sie sich zu sagen trauen. Sie schweigen oft lange, bevor sie sprechen, „saugen“ aber viele Informationen auf. In solchen Fällen ist der passive Wortschatz oft größer als der aktive Wortschatz. In der Fachsprache heißt dies „silent period“. Das Motiv, alles richtig machen zu wollen, bremst das aktive Sprechen bis zu dem Zeitpunkt, indem der Sprachlerner das Gefühl hat, es einigermaßen richtig zu beherrschen.

Welche sprachlichen Fähigkeiten zur Bewältigung der Unterrichtsanforderungen sind vorhanden?

Oft stellt man in der Schulpraxis fest, dass Schülerinnen und Schüler im Alltag bereits recht sicher kommunizieren können, jedoch Probleme haben, sich schriftsprachlich zu äußern. Cummins (1978) unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen sprachlichen Fähigkeiten der Alltagskommunikation, sogenannten BICS (Basic Interpersonal Communicative Skills) und den sprachlichen Fähigkeiten in der Bildungssprache, den sogenannten CALP (Cognitive Academic Language Proficiency). Während die BICS-Fähigkeiten Grundlage für die mündliche Kommunikation bilden und bereits nach ca. zwei Jahren beherrscht werden können, stellen die CALP-Fähigkeiten die Voraussetzungen für den Zugang zur Fachsprache, insbesondere im schriftsprachlichen Bereich dar. Zum Erwerb dieser Fähigkeiten werden 5 bis 7 Jahre veranschlagt. Die Vermittlung erfolgt primär im schulischen Kontext. [Link]

Können wir die Mehrsprachigkeit nutzen?

Die Wertschätzung der Muttersprache der Lernenden ist wichtig. Lassen Sie beim Sprechen auch Begriffe aus der Muttersprache zu, wenn die Schüler den deutschen Begriff nicht kennen, um den Sprechfluss nicht zu stoppen. Dadurch werden auch Verknüpfungen zwischen den zwei Sprachen angelegt.

Kann ein Bild mehr sagen als viele Worte?

Visualisierungen können häufig mit Gewinn eingesetzt werden. Bilder vorzeigen und danach handeln lassen sind notwendige Unterstützungen beim Spracherwerb. Falls Sie unsicher sind, wo sie geeignete Bilder für Ihren Unterricht finden können, wollen Sie vielleicht im Bereich gemeinschaftlich nutzbarer Bilder suchen: Commons.wikimedia.org, flickr.com/commons.

Passt unser nonverbales Verhalten zu dem, was wir sagen wollen?

Zwei Drittel unserer Kommunikation erfolgen nonverbal. Unsere Körpersprache und Stimmlage bilden eine wichtige Basis zum Aufbau von positiven Emotionen und können somit Vertrauen vermitteln. In der Regel ist die Bereitschaft zum Erlernen einer Fremd- bzw. Zweitsprache viel größer, wenn sich der Lernende emotional wohl und akzeptiert fühlt.

Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

*Sprache zu lernen ohne zu kommunizieren, funktioniert nicht!

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