Lernersprache Interlanguage

Deutsch als zweite Sprache wird in kommunikativen Situationen (im  Gespräch, im Spiel, im gemeinsamen Tun und Arbeiten) gelernt, „in denen Äußerungen funktional gebraucht werden“ (Ernst Apeltauer). In diesem Lernprozess entwickeln und benutzen die Lernenden ihre eigene Lernersprache, eine Art sprachliches Zwischensystem, das anfangs Elemente aus Erstsprache und Zweitsprache, und im Zuge des Sprachlernprozesses zunehmend weitere Zweitsprachenanteile aufweist.

Beispiel

S1: „Das ist heute sehr müde.“
L: „Du bist sehr müde, du hast nicht gut geschlafen?“
S2: „Ich sehr sehr schlafen.“
L: „Du hast gut geschlafen!“

Die Fortschritte in dieser Lernersprache und ihre Weiterentwicklung sind abhängig von allgemeinen und schulischen Vorerfahrungen der Lernenden, von vorhandenen Sprachkompetenzen in der Erstsprache, von Bedingungen der aktuellen Lebensumwelt und der daraus erwachsenden Lernmotivation. Der Erwerb der Zweitsprache Deutsch ist daher für jeden Lernenden ein individueller Prozess und verläuft entsprechend unterschiedlich. Sprachliche Fehler sind Ausdruck dieser individuellen Lernersprache und zugleich Indikatoren für den jeweiligen Lernfortschritt, die Hinweise für das weitere Vorgehen im Sprachlernen geben. Erfahrungen aus dem Zweitsprachenunterricht zeigen, dass sprachliche Phänomene (Verwendung von Artikel, Kasus, Negation, Satzmodell, Verben) [1] in bestimmten Stufen der Sprachentwicklung auftreten.

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[1] Profilanalyse nach Prof. Grießhaber.

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