Zweijähriges Beschulungsmodell

Um berufsschulpflichtigen Jugendliche mit Migrationshintergrund eine Perspektive hin zu einer beruflichen Ausbildung zu ermöglichen, wurde für bayerische Berufsschulen eine zweijährige berufsvorbereitende Maßnahme implementiert, die unter anderem die unterrichtlichen Bedürfnisse im Bereich des Spracherwerbs im ersten Beschulungsjahr und im zweiten Beschulungsjahr in besonderer Weise berücksichtigt.

Die Maßnahme soll ihnen den Einstieg in das berufliche Bildungssystem ermöglichen und das ganze Spektrum möglicher Bildungsabschlüsse eröffnen.

Als Organisationsform für die Klassen stehen in der Regel eine Berufsintegrationsvorklasse (BIK/V) und eine Berufsintegrationsklasse (BIK) zur Verfügung, eine Sprachintensivklasse (SIK), ein Berufliches Übergangsjahr (BIK/Ü) sowie eine Integrationsvorklasse an Beruflichen Oberschulen kommen nach Bedarf ergänzend hinzu.

1. Schuljahr:

BIK/V

2. Schuljahr:

BIK

Diagramm 1: Verschiedene Maßnahmen zur Beschulung von Berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen an beruflichen Schulen

2jaehriges beschul

Der inhaltliche Schwerpunkt im ersten Jahr der Maßnahme liegt im Spracherwerb bzw. in der Alphabetisierung, da hinreichende Kompetenzen in der deutschen Sprache unabdingbar sind um einem deutschsprachigen Unterricht zu folgen. Weil entsprechende Kompetenzen der Lehrkräfte in Deutsch als Zweitsprache bzw. Alphabetisierung häufig noch nicht vorhanden sind, werden diese durch einen geeigneten Kooperationspartner eingebracht.

Darüber hinaus erleichtern wachsende Sprachkompetenzen auch den Lernfortschritt in den anderen Fächern. Besondere Bedeutung haben hierbei die Bereiche Mathematik, Bildungssystem und Berufswelt, Ethik und Kommunikation sowie Sozialkunde. Weitere mögliche Unterrichtsinhalte sind Datenverarbeitung, fachlicher Unterricht, der der beruflichen Orientierung dient. Zu Beginn des ersten Schuljahres sollten auch grundlegende Methoden und Arbeitstechniken, wie der richtige Umgang mit dem Arbeitsmaterial, das Einrichten eines Ordners oder das Anlegen eines Vokabelheftes erläutert und eingeübt werden.

Berufsschulpflichtige Jugendliche mit Migrationshintergrund, die das erste Jahr der Maßnahme (BIK/V) absolviert haben oder anderweitig vergleichbare Deutschkenntnisse erworben haben, besuchen im zweiten Jahr die darauf aufbauende Berufsintegrationsklasse (BIK) bzw. eine weiteres aufbauende schulische Maßnahme. Die Vorbereitung in der Berufsintegrationsklasse widmet sich neben der fortgeführten allgemein- und berufssprachlichen Ausbildung verstärkt der Berufsvorbereitung und -orientierung. Außerdem können die Jugendlichen im zweiten Schuljahr auch auf allgemeinbildende Abschlüsse vorbereitet werden, was aber nicht generelles Ziel der Maßnahme sein soll, da diese den Fokus auf die Ausbildungsreife legt.

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