Prinzip der Sprachförderung

Insbesondere für die Gestaltung von Sprachunterricht für Schüler mit einer anderen Erstsprache als Deutsch in der beruflichen Bildung gilt es (Rösch 2004), handlungsorientierte, entdeckende und integrative Konzepte zu entwickeln. Wie in szenarien-didaktischen Konzepten dargestellt (Hölscher 2006), sollen Lernende durch ein breites, kleinschrittiges, auf die jeweiligen Lernziele abgestimmtes Übungsangebot bei der Planung, Durchführung und Optimierung eines authentischen (Sprach-)Produktes (wie z. B. Zeitungsartikel, Brief, Plakat, Rezept, Speisekarte, Wegbeschreibung, Geräuschequiz, Internetrecherche, Interview, Film, Theaterstück, Umfrage, Gespräch mit Vorgesetzen, betriebliche Aufträge, Gesprächssituationen im Berufsalltag und vieles mehr) unterstützt werden.

Sprache wird in der Interaktion durch sprachliches Handeln gelernt. Aus diesem Grund sollen Lernenden im Unterricht zahlreiche Möglichkeiten geboten werden, sich mit bedeutungsvollem, authentischem Input aktiv auseinanderzusetzen, Output zu produzieren und sich in interaktiven Prozessen weiterzuentwickeln.

In Anlehnung an das Konzept der handlungsorientierten Sprachdidaktik, wie es nach Hölscher, Roche und Piepho (2006) für die Szenariendidaktik ausformuliert wird, gilt es in der Sprachförderung auch solche kommunikativen Konstellationen zu erzeugen, die den jeweiligen Schülern bekannt sind – oder sein sollten – und ihnen etwas bedeuten, und zwar inhaltlich und in Bezug auf die kommunikative Aufgabe. Schüler können dabei in Rollenspielen, Szenarios, Fallstudien und Spielen unterschiedliche Rollen und im Sinne des Mottos „Lehren ist effizienter als Lernen“ auch selbst Lehrrollen übernehmen (hierzu Riedl 2012).

Folgende Elemente sind dafür entscheidend (nach Terrasi-Haufe, Roche, Riehl vom Institut für DaF, LMU München):
- Integrierte Lernzielbestimmung: Förderung sprachlicher, fachlicher und methodischer Kompetenzen
- Beachtung der Progression
- Einbindung in Ausgangs-Handlungssituation mit echten Inhalten und Aufgaben (fallbasiertes Lernen, Szenarios)
- Systematische Planung der Abläufe in Teilaufgaben (unter aktiver Beteiligung der Schüler)
- Bereitstellung von Hilfsmitteln für selbstständiges Arbeiten und Recherchen
- Authentische und ansprechende Visualisierung
- Multimedialität (angemessen in Bezug auf die kommunikative Situation) zur Förderung aller Fertigkeiten
- integrierte zweckgerichtete Grammatik- und Orthographieübungen

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