Berufsschule

BSBerufsschulordnung BSO

Die Lebenssituation der Schüler

Berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge haben teilweise einen langen Fluchtweg über mehrere Länder hinter sich. Darüber hinaus bewältigt ein großer Anteil der berufsschulpflichtigen Asylbewerber und Flüchtlinge den Fluchtweg alleine. Sind diese Jugendlichen unter 18 Jahre werden sie als unbegleitete Minderjährige bezeichnet. Über die oft traumatisierenden Erlebnisse der Flucht sprechen die Jugendlichen i.d.R. nicht gerne, meist erst, wenn sie genügend Vertrauen zu Lehrern gefasst haben. Als Lehrkraft muss man grundsätzlich beachten, dass diese Fluchterlebnisse die Persönlichkeit der Schüler mit beeinflussen. Viele der Jugendlichen befinden sich auch in Deutschland aufgrund ihres ungesicherten Aufenthaltsstatus in einer unsicheren Lebenssituation.

Anmeldung der Schüler

Bei der Anmeldung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist darauf zu achten, dass sie im Schulsprengel der jeweiligen Berufsschule wohnen. Außerdem ist zu überprüfen, ob sie schon bzw. noch berufsschulpflichtig sind. Das berufsschulpflichtige Alter beginnt mit 16 Jahren und endet mit dem 21. Lebensjahr.

Schulpflichtig sind Asylbewerber (sowie deren Kinder), die sich noch in einem laufenden Asylverfahren befinden (Aufenthaltsgestattung), Personen, deren Abschiebung vorübergehend ausgesetzt ist (Duldung), vollziehbar ausreisepflichtige Personen sowie Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis.
Darüber hinaus sind auch EU-Zuwanderer und Angehörige aus Drittstaaten mit sicherem Aufenthaltsstatus bzw. Schüler, die aufgrund einer Familienzusammenführung nach Deutschland gekommen sind schulpflichtig. Die vorherige Beschulung dieser Schüler in den Herkunftsländern kann vom Gymnasialniveau bis zur „Nicht-Beschulung“ reichen.

Bei größeren Gruppen von Schülern empfiehlt es sich einen Einstufungstest abzuhalten, der die Bereiche „Hören - Lesen – Grammatik – Schreiben – Sprechen“ beinhaltet. Dieser Test gibt einen ersten Eindruck über die bereits vorhandenen Deutschkenntnisse und ermöglicht eine evtl. notwendige Differenzierung.

Zu empfehlen ist außerdem von jedem Schüler ein Porträtfoto zu machen um Verwechslungen zu vermeiden.


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